Festspielhaus Hellerau

Hellerau ist ein kleiner Stadtteil von Dresden und wurde im Jahre 1908 auf Initiative des Besitzers der Deutschen Werkstätte, Karl Schmidt, als erste deutsche Gartenstadt gegründet und erhielt als „Au am Heller“ seine Namen.

Geschichtsträchtige Vergangenheit

Hellerau ist bekannt für sein aus dem Jahr 1911/12 errichtetes Festspielhaus, das Festspielhaus Hellerau, welches in den Anfangsjahren Anziehungspunkt für kulturell interessierte Persönlichkeiten aus ganz Europa war. So besuchten Henry van de Velde, Emil Nolde, Oskar Kokoschka, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig und Franz Kafka die Vorstellungen.

Zusätzlich, neben dem laufenden Ausbildungsbetrieb, engagierten sich die Betreiber des Festspielhauses in kostenlose Übungsstunden für Hellerauer Kinder, Schulfesten sowie Sommerkursen. Der streng symmetrische Baukomplex mit Zentralbau und Seitenflügel war zudem als Wohnhäuser für Lehrer und Studierende gedacht. Der Festsaal selber befand sich im Inneren des Komplexes und zeichnete sich durch seine variable Bühne, raffinierte Lichtanlage und Akustik aus. Bedingt durch den ersten Weltkrieg und dem Tod von Wolf Dohrns, welcher die Rechte Hand von Karl Schmidt war, endete die Sturm- und Drangzeit des Festspielhauses.

Gegenwart

Durch einzelne Konzepte und kulturellen Projekten konnte Hellerau und dessen Festspielhaus jedoch noch einmal an die alten Glanzzeiten anknüpfen. Im Jahre 1992 wurde schließlich das Hellerauer Festspielhaus stark sanierungsbedürftig geräumt. Seither sind verschiedene Inititativen an einer weiteren kulturellen Nutzung und einer denkmalgeschützten Rekonstruktion interessiert. Auftakt für die Wiedernutzung und Rekonstruktion war die Sanierung der vier Pensionshäuser, die heute u.a. von der Kulturstiftung Sachsen, vom Deutschen Werkbund und vom Tessenow-Institut genutzt werden.

2002 zog das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik auf das Festspielhausgelände und wurde zum 1. Januar 2004 in das Europäische Zentrum der Künste Hellerau umgewandelt. Mit Mitteln des Freistaates Sachsen wurden zunächst die Innenräume des Festspielhauses nach Plänen des Münchner Architekten Josef Meier-Scupin entsprechend den Ideen Tessenows wiederhergestellt und nach zweijähriger Bauzeit am 7. September 2006 wiedereröffnet. Seit 2003 ist das Tanztheater DEREVO fest in HELLERAU ansässig, 2004 bekam die Forsythe Companynhier eine feste Residenz. Seit 2009 wird das Haus nun wieder ganzjährig bespielt. Mit der Fertigstellung der Fassade im Oktober 2011 ist die Sanierung des Festspielhauses abgeschlossen.

Unter der künstlerischen Leitung von Dieter Jaenicke knüpft HELLERAU nun an die Glanzzeit der ehemaligen Festspiele an. Immer mehr entwickelt sich der Ort wieder zu einem der wichtigsten Zentren zeitgenössischer Künste in Deutschland und Europa. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf zeitgenössischem Tanz und zeitgenössischer Musik, aber auch moderne Theaterformen und die zeitgenössische bildende Kunst haben hier eine Bühne – HELLERAU ist erneut "Laboratorium der Moderne."

Hier gehts zur offiziellen Seite des ehemaligen Festspielhauses Hellerau:

Laboratorium der Moderne

Kommentare sind geschlossen.